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Veranstaltungen im Löwenstein

Einmal im Monat (in der Regel am dritten Sonntag) richtet das Jüdische Lehrhaus Göttingen e.V. im
Begegnungszentrum „Löwenstein“ den nun schon traditionellen Lernnachmittag von 16 bis 19 Uhr aus. Außerdem sind Musikveranstaltungen und Autorenlesungen, die Vorstellung neuer Forschungen und andere kulturelle Ereignisse geplant.

„Stimmen der 95 – Erinnerungen“

Aus Werken der 1933 vertriebenen Wissenschaftler der Uni Göttingen

Im Rahmen des Bündnis 27. Januar: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

mit Hinrich Lange, Dr. Marion Villmar-Doebeling und Astrid Wendroth
am 21. Januar 2018 um 16 Uhr im Löwenstein, Rote Straße 28

Die bisher angenommene Zahl der NS-Vertreibungsopfer an der Göttinger Georgia-Augusta seit 1933 hat sich durch die intensiven Nachforschungen des Historikers Prof. Dr. Dirk Schumann und seinen studentischen Forschern von den bisher angenommenen 53 Professoren und Wissenschaftlern auf 95 erhöht.

Beim ersten Lernnachmittag des Jahres 2018 lesen unsere Referenten aus den Schriften und Erinnerungen der vertriebenen Wissenschaftler. Seit November 2017 bekennt sich die Georgia-Augusta öffentlich durch die Anbringung einer Erinnerungstafel neben der Eingangstür der Aula am Wilhelmsplatz zu diesem unfassbaren Akt staatlicher Willkür, der zudem in Göttingen auf keinen nennenswerten Protest oder gar Widerstand gestoßen ist.

Stellvertretend für diesen großen Personenkreis kommen einige Opfer dieser Vertreibungsaktion zu Wort: Max Born, Gerhard Leibholz, Georg Misch, Emmy Noether und Richard Courant.

In dem Gedicht von Bert Brecht „Die Entstehung des Buches Tao-te -King des Lao-tse auf dem Wege in die Emigration“ klingt das von Brecht am eigenen Leib erfahrene Schicksal der Vertreibung an, allerdings in recht distanzierter und idyllisierender Form, nicht „Vertreibung“ oder „Exil“ sondern „Emigration“.

Im Werk des Göttinger Philosophen Georg Misch klingt diese Thematik ebenfalls an, wie auch in allen übrigen vorgetragenen Zitaten ,die auf das enge Verschränktsein von persönlichem Schicksal und wissenschaftlichem Werk hinweisen sollen, so bei Max Born, Gerhard Leibholz, Emmy Noether und Richard Courant. Im Falle der Letztgenannten wird auch deutlich, dass sich gelegentlich Schüler und Kollegen für den Verbleib der Opfer an der Universität eingesetzt haben. Es gab aber auch die „Göttinger 41“, d.h. diejenigen Kollegen, die sich für die Durchführung der Säuberungsmaßnahmen der NS-Regierung ausgesprochen haben; der Fall des späteren Widerständlers Jens Peter Jessen zeigt aber auch, dass Innehalten, Einkehr, Umkehr durchaus möglich waren.

 

Der jüdisch-christliche Kalender für 2018 ist erschienen. Er umfasst das komplette jüdische Jahr 5778 sowie die ersten Monate 5779. Wie immer ist der Kalender gegen eine Mindestspende in Höhe von 1 EUR pro Stück in der Begegnungsstätte Löwenstein erhältlich.

Dabei sein ist alles! Mitmachen ist wie immer sehr wertvoll!
Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, aber um eine Spende wird gebeten.

 

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